Wortbeiträge des Bürgermeisters

Liebe Einwohnerinnen und Einwohner von Linkenheim-Hochstetten,

das Weihnachtsfest steht vor der Tür und ein außergewöhnliches Jahr verabschiedet sich.
Der Jahresrückblick der vergangenen Wochen in der R(h)einschau hat verdeutlicht, dass 2020 nicht nur im Zeichen Coronas stand, sondern unabhängig von der Pandemie auch etliche gute Ereignisse und Veränderungen für unsere Gemeinde mit sich gebracht hat.
Die Digitalisierung in den Schulen kam ein gutes Stück voran, Schulsanierung und Kinderkrippenneubau sind auf den Weg gebracht, Waldkindergarten und Jugendtreff haben den Betrieb aufgenommen - um nur einige Themen aus diesem Jahr zu benennen, die eben nichts mit Corona zu tun hatten. Besonders freue ich mich dieser Tage über den guten Fortschritt der Bauarbeiten am Pflegeheimneubau unserer Stiftung Geschwister W. Nees.
Doch all dies kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass das fast alles beherrschende Thema der vergangenen elf Monate die Corona-Pandemie war. Im Februar galt es noch zu versachlichen und "den Ball flach zu halten", im März kam dann "der harte Lockdown", Kindergärten und Schulen wurden geschlossen, und immer neue Erkenntnisse ließen die Verunsicherung wachsen. Auf die stufenweisen Lockerungen folgte eine ganze Welle an Einzelverordnungen für praktisch alle Lebensbereiche. In der "Corona-Sommerpause" waren Auslandsreisen schwierig und die Pandemie durch die zunehmende Maskenpflicht überall sichtbar. Seit Oktober steigt nun das Infektionsgeschehen wieder und seit dieser Woche haben wir wieder einen Lockdown, der unseren Alltag massiv verändert.
Nun gibt es Ausgangssperren und erneut viele berechtigte Fragen aus der Einwohnerschaft zu den neusten Vorgaben aus Stuttgart. Schon vor einigen Monaten habe ich aufgehört zu zählen, wie viele Verordnungen, Bereichsverordnungen und Änderungsverordnungen wir dieses Jahr bekommen und umgesetzt haben. Der Umgang mit immer neuen Regelungen zur Pandemie wäre ohne das engagierte Rathausteam nicht möglich gewesen.
Mit Blick auf die Infektionsstatistik wissen wir inzwischen, dass die Maßnahmen des Frühjahrs geeignet waren, um das Infektionsgeschehen zu verlangsamen. So ist es zur Verringerung des Infektionsgeschehens nun auch dieser Tage wieder sinnig, die Kontakte konsequenter zu beschränken als dies in den vergangenen Wochen und Monaten der Fall war. Was dabei angemessen erscheint, wird denkbar unterschiedlich bewertet. Klar ist aber: Zu vielen Menschen bringt das Virus einen schweren Krankheitsverlauf und hinterlässt bleibende Spuren und immer mehr Kliniken senden aufgrund ihrer Auslastung eindringliche Appelle an die Menschen, die Corona-Verordnungen ernst zu nehmen. In den Krankenhäusern werden nicht sofort nötige Eingriffe zugunsten der Versorgung Corona-Erkrankter erneut verschoben.
Linkenheim-Hochstetten kam bislang insgesamt gut durch die Pandemie. Wir hatten vergleichsweise wenige Corona-Infizierte. Die Notbetreuung in den Kindergärten und Schulen stand vom ersten Tag an und wir konnten in Abstimmung mit AWO und Diakonieverein seit dem Sommer weitestgehend wieder den Normalbetrieb einführen. Die Rheinauen, die Baggerseen und der Hardtwald als Naherholungsziele machten die Kontaktbeschränkungen für viele gut gestaltbar. Aber auch bei uns hat die Pandemiebekämpfung Spuren hinterlassen. Viele unserer Gastronomen, Dienstleistungs- und Einzelhandelsbetriebe vor Ort sind von der Krise wirtschaftlich hart getroffen und nicht wenige kämpfen aktuell um den Fortbestand über 2020 hinaus. Durch die Schließungen bis zum 10. Januar 2021 wird ihre Situation noch prekärer. Daher lade ich Sie ein: Unterstützen Sie die Geschäfte und Betriebe vor Ort, sobald es wieder geht. Der Einkaufsgutschein Linkenheim-Hochstetten ist dafür zum Beispiel eine gute Möglichkeit. Besonders die kleinen Geschäfte in unserer Gemeinde sind auf Sie als Kunden angewiesen.
In wirtschaftlich schwierige Zeiten kommt auch die Gemeinde selbst. Dank unserer guten Rücklagen werden wir voraussichtlich keine Schulden machen müssen. Doch bringt der massive Einbruch von Steuermitteln unseren Haushalt für die kommenden Jahre in eine missliche Schieflage. Wir werden daher im neuen Jahr infolge weggebrochener Einnahmen Qualitäten reduzieren und Gebühren erhöhen müssen. Beides macht keine Freude. Aber wir können auch als Gemeinde nicht über mehrere Jahre hinweg mehr Geld ausgeben als wir einnehmen.
Die Pandemie und die mit ihr einhergehenden Einschränkungen haben 2020 geprägt und bei fast allen von uns mittel- und unmittelbar Spuren hinterlassen und Veränderungen bewirkt. Die Art und Weise, wie wir uns begegnen, hat sich gewandelt. Wer hätte im Januar gedacht, dass der Händedruck aus hygienischen Bedenken heraus nicht mehr gesellschaftsfähig sein würde? 2020 hat aber auch gezeigt, wie wichtig Hoffnung, Zuversicht und Zusammenhalt sind. Genau diese Werte und Tugenden sind untrennbar mit dem Weihnachtsfest verbunden. In diesem Jahr sollten wir uns dieser Bedeutung mehr denn je bewusst werden. Wir sollten dankbar sein für das, was uns trägt, für die Menschen, die uns umgeben und stützen, und für Perspektiven und Überzeugungen, die uns mit Energie und Kraft erfüllen.
Ihnen und Ihren Familien wünshe ich auf diesem Wege, insbesondere im Namen des Gemeinderates und der Gemeindeverwaltung, gesegnete Weihnachtsfeiertage und ein gutes, vor allem gesundes Jahr 2021.
Herzlichst

Ihr Michael Möslang, Bürgermeister
(Stand: 14.12.2020)

 

 

Während der Corona-Pandemie wandte sich Bürgermeister Michael Möslang wiederholt per Video an die Einwohnerinnen und Einwohner von Linkenheim-Hochstetten. Die Videobotschaften finden Sie im Folgenden:

Videobotschaft des Bürgermeisters zur aktuellen Corona-Situation (05.05.2020)

Videobotschaft des Bürgermeisters zur aktuellen Corona-Situation (21.04.2020)

Videobotschaft des Bürgermeisters zur aktuellen Corona-Situation (27.03.2020)

Videobotschaft des Bürgermeisters zur aktuellen Corona-Situation (21.03.2020)

Videobotschaft des Bürgermeisters zur aktuellen Corona-Situation (18.03.2020)