Fragen und Antworten zur neuen Radverkehrslösung im Bereich Heussstraße/Karlsruher Straße

Die neue Verkehrsführung für Radfahrer im Bereich Heussstraße/Karlsruher Straße hat in den vergangene Tagen bei einigen Einwohnerinnen und Einwohner für Unverständnis und Unmut gesorgt. Besonders in den sozialen Medien wurde offen die Frage gestellt, welche Absicht hinter der Etablierung eines Radstreifens entlang der Schienenführung steckt und was sich die Gemeindeverwaltung davon verspricht. 

Bürgermeister Michael Möslang ist es wichtig, den Hintergrund dieser Maßnahme zu erläutern und die wichtigsten Fragen zu beantworten. "Wir hatten in den vergangenen Jahren einen Unfallschwerpunkt im Bereich der Einmündung Heussstraße/Karlsruher Straße", so Möslang. " In rund drei Viertel der Fälle befuhren Radfahrer den Gehweg gegenläufig. Aus verkehrspolizeilicher Sicht wäre es wünschenswert, wenn der Gehweg gar nicht von Radfahrern befahren wird." Statistisch gesehen sei der Radfahrer innerorts auf der Straße mit Abstand am sichersten unterwegs, so Möslang weiter. "Da die Karlsruher Straße zu schmal ist für einen beidseitigen Radschutzstreifen, erfolgten zunächst massive Grünrückschnitte und der Versuch, die Radfahrer bis zur Einmündung Albert-Einstein-Straße durch Piktogramme in beiden Fahrtrichtungen auf die Karlsruher Straße zu bringen", so der Bürgermeister. "Dies wurde jedoch in der Praxis nicht angenommen. Die Radfahrer nutzten weiterhin entgegen der Fahrtrichtung den Gehweg."

Vor wenigen Wochen sei es dann erneut zu einem Unfall gekommen, bei dem eine Radfahrerin, die gegenläufig auf dem Fußweg verkehrswidrig unterwegs war, von einem Auto erfasst wurde. "Daher wurde nun von Nord nach Süd durchgängig ein Radschutzstreifen eingerichtet und von Süd nach Nord der Gehweg wieder als Radweg ausgewiesen", erläutert Möslang die nunmehr umgesetzte Lösung, die die Untere Verkehrsbehörde vorgegeben hatte. "Um die Radfahrer gut zu führen, haben wir nicht mit Pfeilen und Piktogrammen gespart. Ergänzend ordnete die Untere Verkehrsbehörde auch bis zur Einmündung Albert-Einstein-Straße Tempo 30 an." Dass die Maßnahme genauso viele Gegner wie Befürworter habe, sei nicht ungewöhnlich bei Straßenbau-Fragen. Möslang hat hierzu aber eine klare Haltung: "Durch den Radschutzstreifen wird die Einmündung Heussstraße/Karlsruher Straße deutlich sicherer als bisher", betont er. "Wir hatten nirgendwo sonst im Ort so viele Unfälle mit Radbeteiligung wie an dieser Stelle. Leider auch schwere. Wir haben so viel Verkehr auf der Straße wie nie zuvor und haben durch Handy und Multimedia im Auto so viele Ablenkungsmöglichkeiten wie nie zuvor. Wir müssen daher an vielen Stellen im Ort den Straßenraum neu verteilen zwischen ruhendem Verkehr, motorisiertem Verkehr, Radfahrern und Fußgängern."

In den sozialen Medien, insbesondere auf Facebook, waren in den vergangenen Tagen etliche Fragen gestellt und Kommentare abgegeben worden, die Michael Möslang an dieser Stelle gerne beantworten bzw. kommentieren möchte.


1. "Was ist mit Kindern?"

Kinder können bis zum 12. Lebensjahr (begleitet) weiterhin auf dem Gehweg fahren, so wie überall sonst auch im Ort. Die Gemeindeverwaltung empfiehlt jedoch, für Kinder den Rad- und Fußweg zwischen Sportplatz, Sporthallen und Familienzentrum, um die Einmündung Heussstraße nicht entgegen der Fahrtrichtung zu queren.


2. "Die neue Anordnung ist gefährlich wegen der hohen Randsteine."

Nein, ist sie nicht. Die Randsteine sind z.B. Höhe Apotheke genauso hoch. Dort fährt der Radfahrer seit 1989 auf der Straße (seit wenigen Monaten auch Tempo 30, nicht mehr 50) und wir haben keinen Unfallschwerpunkt.


3. "Die Straße ist nicht breit genug für Radschutzstreifen."

Für zwei Radschutzstreifen ist sie nicht breit genug, für einen schon. Daher hat sich die Untere Verkehrsbehörde für diese Lösung entschieden. Offenbar wissen viele Autofahrer nicht, dass Radschutzstreifen überfahren werden dürfen, wenn kein Radfahrer auf der Straße fährt.


4. "Der Radschutzstreifen hätte durch die Haltestelle Grenzstraße geführt werden sollen, um so zu vermeiden, dass der Radschutzstreifen durch den Fahrbahnmittelteiler geht."

Es ist gefährlich, als Radfahrer an wartenden Bussen quer durch einen Parkplatz zu fahren. Außerdem wäre dies ein Umweg, der dazu verleiten kann, den Radstreifen nicht zu nutzen.


5. "Da gibt es jetzt unterschiedliche Geschwindigkeitsvorgaben".

Nein. Tempo 30 endet bzw. beginnt an der Einmündung Albert-Einstein-Straße. Die Markierungen und Beschilderungen variieren in dem Bereich um insgesamt ca.15 Meter. Das ist der Bestandsverteilung der Pfosten geschuldet. Wir wollten nicht wegen der nötigen neuen Verkehrszeichen weitere Pfosten aufstellen. Daher die Ungenauigkeit von wenigen Metern. Die Markierungsarbeiten sind noch nicht ganz abgeschlossen.