Dürreschäden im Fokus der Waldbegehung

In diesem Jahr fand die Waldbegehung aufgrund der aktuellen Corona-Situation unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Förster Friedhelm Booms und Forstbezirksleiter Lothar Himmel radelten mit Bürgermeister Michael Möslang und dem Gemeinderat durch den Auwald. Für die wichtigen Themen, wie die Dürreschäden im Gemeindewald, hatten die Forstleute auf der Route wichtige Punkte herausgedeutet und vor Ort veranschaulicht.
Beim ersten Halt der Radlergruppe erklärte Herr Booms die Umstände zum Eschentriebsterben im "Mittelgrund" und beschreibt den dortigen Gesundheitszustand des Waldes. Der Förster weist auf die geringeren Schäden durch Eschentriebsterben, aber die dafür zunehmenden Dürreschäden hin, die auf der gesamten Route sichtbar wurden.

Allerdings haben sich die Pflanzungen der vergangenen beiden  Jahre am '"Altäckergraben" aufgrund des gewachsenen Waldbodens sowie des anstehenden Wassers gut entwickelt. Nüsse, Eichen, Kirschen, Platanen weiteren Mischbaumarten recken teilweise schon ihre Spitzen aus den Wuchshüllen.

Am zweiten Halt hinter der Jagdhütte erläuterte Herr Booms die Jungbestandspflege im 15 Jahre alten Erlenwald. Hier finden sich auch Schwarznüsse, Feldahorn, Bergahorn, Hainbuchen und Pappeln. Auf Dauer ist hier eine größtmögliche Baumartenmischung beabsichtigt. Forstbezirksleiter Lothar Himmel erklärt an dieser Stelle die Möglichkeiten der Ausweisung von Habitatbaumgruppen zur Alt- und Totholzförderung und deren forstwirtschaftliche Fördermöglichkeiten.

Die Route führte weiter in Richtung Rheindamm. Hinter dem '"Mittelgrundloch" zeigte Friedhelm Booms auch hier Dürreschäden an Hainbuche und Linde auf, bevor es weiter zu dem bereits im letzten Jahr besuchten Ersatzaufforstungsgebiet bei der '"Silberkehl" ging. Hier fiel der erste Blick auf die schrägen Pflanzhüllen, aus denen, nicht wie erwartet junge Bäume gewachsen sind. Zwar waren die Pflanzen durch Hüllen vor Rehwild geschützt und hatten auch Blätter bekommen, doch überlebten sie die extreme Dürre nicht. Ähnlich sieht es westlich des Baggersee Giesen bei der zweiten Ersatzaufforstung für den '"Damm 30" aus. Auch hier gibt es enorm viele Dürreschäden zu beklagen. Die Gruppe diskutierte zu diesem Thema vor Ort verschiedene Lösungen. Unter anderem kam hierbei eine Neupflanzung im Herbst, bei der die Pflanzen die Winterfeuchte nutzen und vor der Frühjahrstrockenheit bereits angewachsen sind, in Betracht. In diesem Zusammenhang wurde auch über eine mögliche Bewässerung der Jungbäume diskutiert.


Weiter ging es am Damm entlang, wo Herr Booms in einem Pappelaltholz eine Vorratspflege mit Entnahme der dünnen und Förderung der alten Pappeln für den Winter 2020/21 plant. Diese sind teilweise mit Höhlen besetzt und bleiben, ebenso wie die vorhandenen Mischbaumarten Weide, Eiche, Wildbirne erhalten.
Michael Möslang sowie der Gemeinderat sprachen sich einheitliche für ein breit gefächertes Baumartenportfolio und eine möglichst abwechslungsreiche Durchmischung des Gemeindewaldes aus. Sollten hier Lücken entstehen, würden diese mit Eiche und Pappel ausgefüllt.